Was tun? – Podcast interviewt sozial und nachhaltig engagierte Aktivist*innen

„Wo liegt der wirksame Hebel für politische Veränderungen?“, fragten sich Inken Behrmann und Valentin Ihßen. Antworten darauf holen sich beide zusammen in ihrem Podcast 'Was tun?' von ihren Gäst:innen. Seit November 2020 laden sie (ungefähr) monatlich Aktivist:innen ein, um mit ihnen über ihre Ideen und Strategien zu sprechen. Da lohnt sich doch mal das Reinhören, würde ich sagen – besonders im Super-Wahl-Jahr 2026.

Links - wie passend - im Bild ein Handy mit der Folge zum Thema "Links regieren", rechts mögliche Regierungsmehrheiten anhand der aktuellen Umfragen von dawum.de

„Wir arbeiten beide bei einer großen Kampagnen-Organisation. Das hier ist allerdings unser persönlicher Podcast“, erzählt Valentin einleitend in der ersten Folge vom 12. Novewmber 2020 zum Thema 'Was tun gegen den Ausverkauf der Stadt?'. Und weiter: „Ich habe vorher für die Grünen bei der Europa-Wahl-Kampagne mitgearbeitet. Und Inken kommt aus dem Klimaaktivismus.“

In den mehr als fünf Jahren seit dem Start hat das Duo mit Menschen aus so unterschiedlich sozial und nachhaltig engagierten Organisationen wie der Seenotrettung „Sea Watch“, Anti-Fossilenergien-Bewegung „Ende Gelände“, Menschenrechtsorganisation „Adopt A Revolution“, „Soziale Wärmewende“ und „Myke“ (für mehr Mitgefühl auf TikTok) über ihre Projekte, Strategien und Erfolge gesprochen.

Du hast die Wahl – in Berlin am 20.9.2026!

Am 1. April 2026 – kein Scherz – kündigten Inken und Valentin in der Folge 'Wie die Klimabewegung den Gaseinstieg verhindern will' eine mehrmonatige Pause an. Ab August wollen sie wieder auf Sendung gehen. Noch rechtzeitig vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026.

Eine Woche darauf ist die Kommunalwahl in Niedersachsen und schließlich am 20.9. in Mecklenburg-Vorpommern dann Landtagswahl sowie gleichzeitig die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus. Zumindest für diese letztgenannte Abstimmung haben sie noch eine Art Sonderfolge am 30. April 2026 veröffentlicht.

Nach aktuellen Umfragen liegen CDU, AFD, LINKE und GRÜNE in der Stimmzahl mit rund je um die 18 Prozent ziemlich gleich auf. Es besteht also die Chance, dass Rot-Grün mit der SPD als kleinste Partnerin gemeinsam regieren könnten.

Zu diesem Thema wurde das Podcast-Duo von Benjamin-Immanuel Hoff (und Katrin Petermann) eingeladen, um im Podcast 'Kunst der Freiheit' darüber zu sprechen. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, wurde das Gespräch von Ende März mit etwas Verzögerung anschließend eben auch bei 'Was tun?' veröffentlicht.

Was tun, damit es funktioniert und etwas positiv verändert wird?

Wie 'Links regieren' einer rot-rot-grünen Landesregierung schon mal ausgesehen hat, weiß Benjamin aus eigener Erfahrung. Von 2006 bis 2011 war der LINKE-Politiker Staatssekretär für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz in Berlin. Seit 2025 ist er im Vorstand der IG Metall.

„Die Ausgangsthese eures Beitrags ist ja: Es gibt eine rot-rot-grüne Konstellation. Klar, Rot-Rot-Grün / Rot-Rot hat in Berlin mehrfach regiert“, stellt Benjamin im Gespräch fest. Allerdings schließt er nach der Entwicklung der SPD eine Frage daran an: „Was macht euch denn optimistisch, dass die SPD in Berlin tatsächlich Teil von einer progessiven Konstellation sein will?“

„Ich glaube, dass eine rot-rot-grüne Regierung kommt, ist kein Selbstläufer – und auch nicht innerhalb dieser Parteien“, stimmt Inken zu. Deswegen ist es wichtig, ein Bewusstsein für ein solches Bündnis zu entwickeln. „Wenn es elektoral [die Wählenden betreffend, Anm. des Red.] die Möglichkeit gibt, dass sich die Parteien dann dafür entscheiden, diese Regierungskoalition einzugehen.“

Benjamin sieht eine Veränderung zur ersten Regierungszeit Rot-Rot-Grün '16-21 gegeben, die noch einmal mehr für Schwierigkeiten im gemeinsamen Handeln sogen könnte: „Damals konnte man sogar Haushaltsüberschüsse [...] ausgeben, heute sind die Kassen leer. Und dann sagt ihr: Die nächste Regierung muss darüber entscheiden, wo und wie gespart wird.“

Diese Konflikte lassen sich nicht wegdiskutieren. Dennoch ist genau das der entscheidene Punkt für Valentin: „Deswegen würde ich sagen, ist die schlechte Haushaltslage vielleicht auch gerade eine, in der es wichtig ist, dass die korrekten Leute an den Töpfen sitzen.“

Inken glaubt nicht daran, dass es eine Regierung geben kann, die sofort alle Probleme löst, aber die für die Leute kämpft: „Wenn man dann das Gefühl hat [...], die setzen sich wirklich für die Menschen ein mit ihren Alltagssorgen und die entwickeln Projekte und Visionen dafür, wie die Stadt schöner und besser sein kann. [...]. Dann können die Leute auch auf eine Perspektive von 5 und 10 Jahren mitgehen, weil es klar ist, dass es Sachen sind, die können nicht von heute auf morgen passieren.“

Hier könnt ihr euch selbst ein Bild in fast anderthalb Stunden Gespräch davon machen, wie es um die (Un)Möglichkeit von Rot-Rot-Grün in Berlin bestellt ist: https://was-tun.podigee.io/72-rot-rot-gruen-berlin

Übersichtsseite zu den veröffentlichten Artikeln hier im Blog sortiert nach Sprecher:innen, Serien etc.: https://write.literatur.social/der-hoerold/suchst-du-ein-hoerspiel-hoerbuch-oder-podcast

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