Andy Weir – Der Astronaut (Hörbuch zu Project Hail Mary gelesen von Richard Barenberg)
from Der Hörold
Im Einsatz fürs 'Project Hail Mary' – was soviel wie Himmelfahrtskommando oder Verzweifelungstat bedeuten könnte – wird der Astronaut Ryland Grace (in der Verfilmung gespielt von Ryan Gosling) auf eine Mission ins Tau-Ceti-Sternsystem geschickt. Dort soll er eine Lösung dafür finden, wie die Astrophagen bekämpft werden können, welche die Erde auszulöschen drohen. Doch er ist nicht der Einzige, der sich auf eine solche Suche gemacht hat. Kann der Feind meines Feindes ein bester Freund sein?

„Was ist zwei plus zwei?“, lautet der erste Satz im Hörbuch. Vielleicht deutet sich damit schon an, dass hier durchaus das erste Wort in Science Fiction bei dieser Geschichte einen ziemlich großen Raum einnimmt. Denn nahezu alles, was Grace macht und denkt, wird wissenschaftlich erklärt.
Warum fragt ihn der Bordcomputer diese einfache mathematische Aufgabe? Wie funktioniert sein Raumschiff? Und wie wird ein Kontakt mit einer Lebensform aufgenommen, die sich unter gänzlich anderen Rahmenbedingungen entwickelt hat?
„Was ist hier eigentlich los? Das wüsste ich wirklich gern, aber ich habe nicht viele Anhaltspunkte“, fragt sich Grace direkt auch selbst zu Beginn. Stellvertretend wohl für alle, die das in dem Moment gerade hören. Nach und nach kommt dabei Licht ins Dunkel. Die letzte Frage, die Grace am Ende des Hörbuchs stellt, ist diese: „Wer von euch kann mir sagen, wie groß die Lichtgeschwindigkeit ist?“
Guck mal, wer da spricht
Ryan Gosling wird im Film wie (nahezu?) immer von Tommy Morgenstern synchronisiert. Seine Stimme kennen Hörpsiel-Fans u.a. aus verschiedenen Produktionen von Titania Medien ('Gruselkabinett') und aus der Serie 'Howard Phillips Lovecraft – Chroniken des Grauens' von WinterZeit Audiobooks.
Als das Hörbuch 2021 aufgenommen wurde, war wahrscheinlich nicht absehbar, welcher Schauspieler den Astronauten spielen würde. Als Vorleser wurde damals Richard Barenberg ausgewählt. Schließlich wurde schon 2015 'Der Marsianer' von Andy Weir mit ihm aufgenommen. Mit der im letzten Monat veröffentlichten Lesung von 'Darth Bane' (Star Wars) bleibt er aber auch 2026 weiter der Science Fiction treu.
It’s... A Hard Days’ Night ...in a... Yellow Submarine … Across The Universe
Gewidmet ist der Roman von Andy Weir aber nicht einem Wissenschaftler wie Stephen Hawking, sondern John, Paul, George und Ringo. Vor allem ältere Semester wissen sofort, dass die englische Band The Beatles gemeint ist. Ihnen zu Ehren nennt Weir auch vier kleinere Info-Kapseln so, die zur Erde zurückgeschickt werden sollen, wenn Grace eine Lösung gegen die Astrophagen gefunden hat.
Andy Weir selbst soll Softwareentwickler sein, der sich einfach in seiner Freizeit für Physik, Mechanik und die Geschichte der bemannten Raumfahrt interessiert. Da ist es auf jeden Fall beeindruckend, was für Wissen zusammengetragen wurde – inklusive der Vorstellung einer zwischenmenschli... äh... zwischenlebensförmigen Begegnung!
Doch es gibt auch Kritik am Werk – zumindest was die Umsetzung fürs Kino angeht. Wolfgang M. Schmitt fasst das für 'Die Filmanalyse' in der Beschreibung zu seinem Video so zusammen: „Science-Fiction und Buddy-Komödie verbinden sich zu einem kruden Werk, das unfreiwillig das Verhältnis von Staat und Bürger klärt.“
Diese Einschätzung ist nicht ganz unberechtigt, würde ich sagen. Aber wer überlegt, Astrophysik, Exobiologie oder ähnliche Fächer studieren zu wollen oder sich in Anlehnung an – greife ich mal wie Wolfgang M. Schmitt die naheliegenden Vergleiche auf – 'Armaggedon' und 'Interstellar' auf ein kleines Weltraum-Abenteuer begeben mag, hat hier ein unterhaltsames Werk vorliegen.
Offizielle Webseite: https://www.penguin.de/autoren/andy-weir/526704



