Der Hörold

politik

„Ich würd‘ als Jugendlicher auch demonstrieren“, bekundet Oliver Welke in der 'heute-show' vom 23. Oktober 2026. Und das, obwohl er nicht so ganz zur Zielgruppe von 'Gen Z regelt' gehört. Es sei denn, Z steht für „zukunftsorientiert“ oder so. Was frei übersetzt vielleicht „enkeltauglich“ meint in Bezug auf den Moderator vom Podcast 'Die fabelhaften Boomer-Boys'. Aber was sagen eigentlich andere Podcasts dazu? Hier ein paar Hörtipps!

Titelbild der Webseite von 'Gen Z regelt'

COSMO Reporterin Selma Badawi macht laut Ankündigung zu ihrem Radio-Beitrag einen Deep Dive, um zu checken, worum es 'Gen Z regelt' bei den angekündigten Demos für den 31. Oktober 2026 geht.

Ihrer Einschätzung nach ist es eher eine lose Protestbewegung. Es geht um das Leben und die Zukunft junger Menschen. In knapp 3 Minuten bleibt das dann aber doch sehr oberflächlich. Zumindest sagt sie, dass es bisher keine Hinweise gäbe, dass „... die Bewegung selbst extremistisch sei.“

Hier zum Nachhören: https://www1.wdr.de/mediathek/audio/cosmo/highlights/audio-gen-z-regelt-ruft-zu-protesten-auf-100.html

Stern

Etwas mehr Einordnung gibt es zum Beispiel im Artikel „Wer steckt hinter den angekündigten Schülerprotesten?“ vom STERN, der dank eines Buttons auf der Seite auch angehört werden kann. Das Magazin hat mit Akram Selo gesprochen, der im Impressum von https://genz-regelt.de/ genannt wird. Verantwortung übernimmt er damit für „... die Demonstrationen in den von ihnen benannten fünf Städten. Zum Hintergrund anderer Organisationen könne auch er nichts sagen.“ 

Hier zum Nachhören: https://www.stern.de/gesellschaft/schuelerproteste--wer-steckt-hinter--gen-z-regelt---38430368.html

Epoch Times

Aus dem anhörbaren Artikel der Epoch Times sprechen diese zwei zusammengefassten Sätze eher gegen eine linksextremistische Bewegung: „Auffällig ist, dass keiner der Aufrufe auf der üblicherweise von der radikalen Linken genutzten Plattform 'indymedia' auftaucht [... und Inhalte auf X ...] darauf hinweisen, dass 'Gen Z regelt' auch innerhalb der linken Szene keine ungeteilte Rückendeckung findet.“ 

Bemerkenswert ist dabei, dass Epoch Times laut Wikipedia dem rechtsalternativen bis rechtsextremen Spektrum zugeordnet wird. Weiter heißt es dort, dass das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft sie zumindest als weniger „toxisch“ einordnet als Compact und PI News.

Hier zum Nachhören: https://www.epochtimes.de/politik/ausland/gen-z-regelt-greifen-die-proteste-in-frankreich-an-halloween-auf-deutschland-ueber-a5641293.html

SZ-Podcast 'Auf den Punkt'

Den meiner Meinung nach interessantesten Podcast liefert Moderatorin Nadja Schlüter für die Süddeutsche Zeitung mit ihrem gut 18-minütigen Beitrag 'Was die Jugendproteste in Europa vereint'. Dafür interviewt sie die Protestforscherin Sabrina Zajak von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin.

Ihrer Meinung nach kann natürlich nicht vorausgesagt werden, was am 31. Oktober 2026 bei den Demos von 'Gen Z regelt' passiert. Trotzdem geht sie eher davon aus, dass es friedlich bleibt: „Die Schüler:innen – wir haben es ja gesehen bei 'Fridays For Future' – haben zwar auch gestreikt, aber es lief alles in sehr recht geordneten Bahnen. Sie hatten sehr viel Unterstützung von den Erwachsenen bekommen. [...]. Ich denke, es wird an diese Traditionen anknüpfen.“ 

Hier zum Nachhören: https://www.sueddeutsche.de/politik/podcast-nachrichten-auf-den-punkt-jugendproteste-europa-schule-bildung-zukunft-gewalt-li.3567313

In diesem Sinne: Macht was draus. Das Z steht vielleicht auch für Zusammenhalt!

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„Wo liegt der wirksame Hebel für politische Veränderungen?“, fragten sich Inken Behrmann und Valentin Ihßen. Antworten darauf holen sich beide zusammen in ihrem Podcast 'Was tun?' von ihren Gäst:innen. Seit November 2020 laden sie (ungefähr) monatlich Aktivist:innen ein, um mit ihnen über ihre Ideen und Strategien zu sprechen. Da lohnt sich doch mal das Reinhören, würde ich sagen – besonders im Super-Wahl-Jahr 2026.

Links - wie passend - im Bild ein Handy mit der Folge zum Thema "Links regieren", rechts mögliche Regierungsmehrheiten anhand der aktuellen Umfragen von dawum.de

„Wir arbeiten beide bei einer großen Kampagnen-Organisation. Das hier ist allerdings unser persönlicher Podcast“, erzählt Valentin einleitend in der ersten Folge vom 12. November 2020 zum Thema 'Was tun gegen den Ausverkauf der Stadt?'. Und weiter: „Ich habe vorher für die Grünen bei der Europa-Wahl-Kampagne mitgearbeitet. Und Inken kommt aus dem Klimaaktivismus.“

In den mehr als fünf Jahren seit dem Start hat das Duo mit Menschen aus so unterschiedlich sozial und nachhaltig engagierten Organisationen wie der Seenotrettung „Sea Watch“, Anti-Fossilenergien-Bewegung „Ende Gelände“, Menschenrechtsorganisation „Adopt A Revolution“, „Soziale Wärmewende“ und „Myke“ (für mehr Mitgefühl auf TikTok) über ihre Projekte, Strategien und Erfolge gesprochen.

Du hast die Wahl – in Berlin am 20.9.2026!

Am 1. April 2026 – kein Scherz – kündigten Inken und Valentin in der Folge 'Wie die Klimabewegung den Gaseinstieg verhindern will' eine mehrmonatige Pause an. Ab August wollen sie wieder auf Sendung gehen. Noch rechtzeitig vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026.

Eine Woche darauf ist die Kommunalwahl in Niedersachsen und schließlich am 20.9. in Mecklenburg-Vorpommern dann Landtagswahl sowie gleichzeitig die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus. Zumindest für diese letztgenannte Abstimmung haben sie noch eine Art Sonderfolge am 30. April 2026 veröffentlicht.

Nach aktuellen Umfragen liegen CDU, AFD, LINKE und GRÜNE in der Stimmzahl mit rund je um die 18 Prozent ziemlich gleich auf. Es besteht also die Chance, dass Rot-Grün mit der SPD als kleinste Partnerin gemeinsam regieren könnten.

Zu diesem Thema wurde das Podcast-Duo von Benjamin-Immanuel Hoff (und Katrin Petermann) eingeladen, um im Podcast 'Kunst der Freiheit' darüber zu sprechen. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, wurde das Gespräch von Ende März mit etwas Verzögerung anschließend eben auch bei 'Was tun?' veröffentlicht.

Was tun, damit es funktioniert und etwas positiv verändert wird?

Wie 'Links regieren' einer rot-rot-grünen Landesregierung schon mal ausgesehen hat, weiß Benjamin aus eigener Erfahrung. Von 2006 bis 2011 war der LINKE-Politiker Staatssekretär für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz in Berlin. Seit 2025 ist er im Vorstand der IG Metall.

„Die Ausgangsthese eures Beitrags ist ja: Es gibt eine rot-rot-grüne Konstellation. Klar, Rot-Rot-Grün / Rot-Rot hat in Berlin mehrfach regiert“, stellt Benjamin im Gespräch fest. Allerdings schließt er nach der Entwicklung der SPD eine Frage daran an: „Was macht euch denn optimistisch, dass die SPD in Berlin tatsächlich Teil von einer progessiven Konstellation sein will?“

„Ich glaube, dass eine rot-rot-grüne Regierung kommt, ist kein Selbstläufer – und auch nicht innerhalb dieser Parteien“, stimmt Inken zu. Deswegen ist es wichtig, ein Bewusstsein für ein solches Bündnis zu entwickeln. „Wenn es elektoral [die Wählenden betreffend, Anm. des Red.] die Möglichkeit gibt, dass sich die Parteien dann dafür entscheiden, diese Regierungskoalition einzugehen.“

Benjamin sieht eine Veränderung zur ersten Regierungszeit Rot-Rot-Grün '16-21 gegeben, die noch einmal mehr für Schwierigkeiten im gemeinsamen Handeln sorgen könnte: „Damals konnte man sogar Haushaltsüberschüsse [...] ausgeben, heute sind die Kassen leer. Und dann sagt ihr: Die nächste Regierung muss darüber entscheiden, wo und wie gespart wird.“

Diese Konflikte lassen sich nicht wegdiskutieren. Dennoch ist genau das der entscheidene Punkt für Valentin: „Deswegen würde ich sagen, ist die schlechte Haushaltslage vielleicht auch gerade eine, in der es wichtig ist, dass die korrekten Leute an den Töpfen sitzen.“

Inken glaubt nicht daran, dass es eine Regierung geben kann, die sofort alle Probleme löst, aber die für die Leute kämpft: „Wenn man dann das Gefühl hat [...], die setzen sich wirklich für die Menschen ein mit ihren Alltagssorgen und die entwickeln Projekte und Visionen dafür, wie die Stadt schöner und besser sein kann. [...]. Dann können die Leute auch auf eine Perspektive von 5 und 10 Jahren mitgehen, weil es klar ist, dass es Sachen sind, die können nicht von heute auf morgen passieren.“

Hier könnt ihr euch selbst ein Bild in fast anderthalb Stunden Gespräch davon machen, wie es um die (Un)Möglichkeit von Rot-Rot-Grün in Berlin bestellt ist: https://was-tun.podigee.io/72-rot-rot-gruen-berlin

Hier andere Möglichkeiten, den Podcast 'Was tun?' anzusurfen: https://linktr.ee/wastun

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Vor gut einem Jahr am 18. April 2025 hatte Katapult, das Magazin für Eis, Kartografik und Sozialwissenschaft aus Greifswald, wieder einen Podcast gestartet. Wie der Name 'Katapult der Woche' schon verrät, stellt Redakteurin Ella Daum seitdem wöchentlich ein paar Veröffentlichungen der letzten Tage durch kurze Wortbeiträge vor. Dabei kontriert sie sich so aufs Wesentliche, dass sie weder am 17. noch heute am 24. April 2026 ihr Einjähriges erwähnt hat. Na dann mache ich das: Herzlichen Glückwunsch!

Links ist der Podcast auf einem Smartphone zu sehen, in der Mitte das gezeichnete Porträt von Ella Daum aus einem Katapult Magazin und rechts liegen zwei Hefte

Als allererstes Thema hatte sich Ella damals für Starlink entschieden. Dabei geht das, was sie zum Satelliten-Netz von Elon Musk berichtet, deutlich über den kurzen Artikel mit der Infografik hinaus. Es lohnt sich übrigens, bis zum Ende nach knapp 8 Minuten dranzubleiben, denn es folgt noch ein Fun Fact zu Starlink.

Die Revolution muss tanzbar sein

Interessant ist auch, für welche Musik sich Ella im Hintergrund entschieden hat. Denn Sound-Algorithmen empfehlen natürlich neue Inhalte basierend darauf, wie ähnlich sie den eigenen Lieblingskünstler:innen sind, wird in einem Artikel von lautgegennazis.de erklärt: „Wichtig sind dabei neben Klang und Texten auch das optische Auftreten, von wem sie gehört werden und welche Künstler:innen gemeinsam mit ihnen gehört werden.“

Mit 'Day N Night' von Aiyo aus Stockholm erreicht sie vielleicht eine Zielgruppe, die sich weniger für Themen aus der Sozialwissenschaft und eher für … Fitness interessieren. Zumindest lesen sich die Kommentare unter dem Musikclip so: „gleich ziehen, weil es super zum sporteln passt.“ // „This song plays in my gym.“

Wie auch immer – der Erfolg gibt Ella recht. Laut podwatch.io ist ihr Podcast 'Katapult der Woche' in den letzten sechs Monaten fast täglich in der Top 20 und dabei ab und zu sogar in der Top 3. Also hört mal alle rein – dann wird es vielleicht auch mal die Nummer 1!

Hier u.a. zu hören: https://www.podcast.de/podcast/3579792/katapult-der-woche

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„Es ging nie nur um den Bunker“, wird in einem Trailer zur Videoserie 'Paradise' gesagt. Ein Satz, der auch zu Marcus Staiger passen könnte. Einst gründete er das Deutschrap-Label 'Royal Bunker', war aber auch u.a. Fabrikarbeiter, Koch, Stadtführer… und Radiomoderator. 2021 kam dann sein erster 'Bunker:Talk' raus. Nach einem Dutzend Folgen machte aber dieser Podcast jahrelang Pause. Bis jetzt! Am 27. März 2026 veröffentlichte er nun zum neuen Staffelstart sein Gespräch mit Wolfgang M. Schmitt über „Champagner, Sozialismus, Kunst & Literatur“!

Screenshot aus dem Video vom Bunker:Talk mit Wolfgang M. Schmitt, im Bild links

Gleich zu Beginn gewährt Staiger auch persönliche Einblicke. Bevor es irgendwann die Möglichkeit gab, selbst einen Podcast zu machen, wurden seine Ambitionen als Talkmaster erst ausgebremst: „Das ist einer meiner großen Fails, dass ich bei Radio Fritz gearbeitet habe und die mochten mich nicht.“

Darunter hätte er schon gelitten. Doch dann gab es irgendwann kein Halten mehr. Beim 'Bunker:Talk' ging es in den vorherigen Folgen natürlich vorwiegend um Deutschrap. Staiger hatte u.a. Disarstar (u.a. Top-Ten-Album 'Rolex für alle'), PTK (Akronym von Pöbel tötet König), Yassin (neues Album “Zeit zu sterben” mit Audio88 kommt Mai '26) Moses Pelham und Fler vor dem Mikrofon.

Was könnt ihn Staiger fragen?

Deutschrap ist jetzt (leider) kein Thema. Es geht Staiger eher darum, welchen (politischen) Einfluss Kultur-Erzeugnisse wie Film, Literatur, Musik und Theater auf Menschen – und natürlich insbesondere auf Wolfgang M. Schmitt – hatten und haben können. Schließlich ist der Bunker-Präsident selbst vielseitig interessiert.

Zumindest gilt er laut genius.com „… scherzhaft als derjenige, der alle offenen und ungeklärten Fragen der Welt beantworten könne.“ Jedenfalls gab es mal eine Zeit, in der als Zusatz „könnt ihr Staiger fragen“ auf alle möglichen Themen angewendet wurde, nachdem Bushido diese Zeile in Bezug auf eine (Fax-)Nachricht rappte.

Überraschend beginnt daher das Gespräch zuerst mit der Frage, welches Getränk Schmitt bei seinem bekanntesten Webvideo-Format 'Die Filmanalyse' am Liebsten auf dem Tisch stehen hat. Es ist was Nichtalkoholisches. Darüber, dass er auch mal als „Champagnersozialist“ bezeichnet wurde, kann er selbst gut lachen. Denn das passt schon!

Odd Wolfgang kills them all

Dass er stets im Anzug auftritt, ist so ein anderer Punkt, der viele überrascht und quasi danach besprochen wird. Dabei sagt Schmitt, dass er schon als Jugendlicher – wie er es nennt – verhaltensauffällig war: „Ich habe mich eigentlich in der Schulzeit doch am Ende lieber mit dem Lehrer über den neuen Roman von Martin Walser oder Peter Handke unterhalten, als jetzt mit meinesgleichen darüber nachzudenken, wo man heute Abend aus dem Schlauch Bier trinkt.“

Nach etwas mehr als 70 Minuten erklärt Staiger schließlich, warum er Schmitt eigentlich auch eingeladen habe. Er möchte über unser „Wirtschaftssystem und was man sich da anderes vorstellen könnte“ reden.

Danach geht es unter anderem um Demokratie und Ungleichheit, Kapital, Konsum und Investitionen. Gerne hätte Staiger auch noch über kritische Männlichkeit mit Wolfgang M. Schmitt geredet. Aber nach dem ganzen Input davor plant er dafür lieber eine weitere Folge ein: „Okay, sparen wir uns auf für den nächsten Talk.“

Wir dürfen also aufs Sequel gespannt sein – oder wer demnächst befragt wird und dann zu diesem Thema was zu sagen hat! Gespannt bin ich auch, ob oder hoffentlich besser wie Schmitt sich neben Comedy-Charakter Jilet Ayse und Peter Fox („Pierre war hier gewesen“) auf der – ausgedruckten – Bunker-Wand verewigt.

Hier geht’s zur offiziellen Heimat vom 'Bunker:Talk', wo neben der Verlinkung zum Podcast z.B. auch das RB Antik mit alten mp3s und dem radio4real Archiv zu finden ist: http://www.royalbunker.de/

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