Der Hörold

PeterWeis

Manchmal braucht’s nicht viel, um einen gruseligen Schauer auszulösen! Beim 126. Hörspiel vom 'Gruselkabinett' reichen schon eine Vorlage von H. P. Lovecraft, gerade mal vier Stimmen und ein Titel, der viele Menschen vielleicht direkt frösteln lässt: 'Kalte Luft'!

Das Cover zum Hörspiel "Kalte Luft" zeigt einen jungen Mann mit einem Eimer voller Eiswürfel neben einer bereits bis fast zum Rand mit Eis gefüllten Badewanne, in der ein alter Mann liegt

James Russell leidet schon beinahe sein „ganzes Leben an gelegentlich auftretenden Herzanfällen“. Zum Glück im Unglück wohnt über ihm der exzentrische Doktor Munoz, der ihm sofort helfen kann. Zwar ist er etwas merkwürdig und lebt quasi in einer Kühlkammer, aber trotzdem entwickelt sich nach dieser schicksalhaften ersten Begegnung ein freund(schaft)liches Miteinander. Schließlich hat es der Arzt auch nicht so leicht.

„Ich selbst leide unter einer seltenen Krankheit, die mir eine äußerst strikte Lebensführung aufnötigt. Diese bedingt auch die ungewöhnliche Raumtemperatur von zwölf bis 13 Grad Celsius“, erklärt der Doc bei einem Gespräch die für James „grauenhafte Kälte“ in seiner Wohnung. Mit dieser Maßnahme versucht er im Grunde sogar dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Aber wehe dem, der erlebt, was passiert, wenn es warm wird...

Hörspiel mit Peter Weis in Bestform

Der Geschichte Leben eingehaucht wird hierbei von Timmo Niesner als James Russell, Monica Bielenstein als seine Vermieterin und Tom Raczko als deren Sohn. Dr. Munoz wird von Peter Weis gesprochen, der am 5. Mai 2023 im Alter von 85 Jahren gestorben ist. Bekannt war er unter anderem auch als Synchronstimme des Pauli 'Walnuts' Gualtieri aus der Mafia-TV-Serie 'Die Sopranos'.

Und bei 'Kalte Luft' zeigt er hervorragend, welche Spannbreite er zu bieten hat. Wut, Überheblichkeit und Verzweifelung gehen bei ihm Hand in Hand und lassen die Hörer aufhorchen. Dieses Hörspiel sorgt wie gesagt passend zum Titel für ein Schauern.

Offizielle Webseite: https://titania-medien.de/album/folge-126-h-p-lovecraft-kalte-luft

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Glaubt mir, Leute, es ist reiner Zufall, dass hier nach 'Die Toten sind unersättlich' jetzt schon wieder ein Hörspiel nach einer Vorlage von Leopold von Sacher-Masoch auftaucht. Das hat nichts mit Masochismus zu tun. Also nicht bei mir. Immerhin habe ich schließlich zwischen Folge 99 und der jetztigen 117 auch 103, 109 und 112 vom 'Gruselkabinett' vorgestellt.

CDs der 'Gruselkabinett'-Hörspiele 99 und 117

Schon das Cover-Artwork von Ertugrul Edirne für 'Ewige Jugend' aus der Reihe des Hörspielverlags 'Titania Medien' zeigt, was die Hörerschaft erwartet: ein Blutbad – im wahrsten Sinne des Wortes. Aber auch die eine oder andere fiese Folter und mörderische Menschenjagd hat Leopold von Sacher-Masoch (1836-1895) in seiner Erzählung verewigt, mit der die Legende einer ungarischen Blutgräfin gefestigt wurde.

Im Gespräch mit ein paar jungen Kavalieren erfährt ihr Genosse Emmerich Kemen (gesprochen von Patrick Baehr) 1661 in Wien von Elisabeth Nadasdy (gesprochen von Arianne Borbach). Sie soll „... wirklich ein solches Weltwunder an Schönheit sein, wie man allgemein hört.“

Kemen verguckt sich so gleich in sie, obwohl ihm gesagt wird, dass die verwitwete Gräfin gut 50 Jahre und damit trotz ihres jugendlichen Aussehens mindestens doppelt so alt wie er ist. Einer seiner Gefährten warnt ihn daher davor, dass Magie oder gar Schlimmeres im Spiel ist: „Genau diese ewige Jugend macht sie mir unheimlich.”

Hörspiel mit Historie

Trotz dieses Hinweises folgt Kemen dennoch der Einladung seiner Angebeteten auf ihr Schloss am Rande der Karpaten. Vor ihrer Heirat hieß sie Bathory mit Nachnamen (die tatsächlich von 1560 bis 1614 gelebt hat).

Dort erlebt er allerdings nicht nur, wie die Gräfin eine ihrer Bediensteten grausam bestraft. Es verschwinden auch immer wieder Mädchen spurlos aus ihrem Umfeld. Sind sie tatsächlich aus Angst vor ihr geflohen? Oder geschah ihnen Schlimmeres?

Stimmig inzeniert

Für die Umsetzung der Geschichte hat Regisseur Marc Gruppe wieder alle Register gezogen. Ganze 19 Stimmen lässt er dabei zu Wort kommen. Die eingangs erwähnten Kavaliere sprechen Patrick Bach, Roman Wolko und Dirk Petrick. Als Erzähler wirkt Peter Weis mit.

In kleinen Nebenrollen als Henker und Palatin, also eine Art königlicher Verwalter, treten hier übrigens auch zwei alte Bekannte aus einer anderen 'Titania Medien'-Serie auf: Joachim Tennstedt und Detlef Bierstedt, die sonst eigentlich als Sherlock Holmes und Dr. Watson für den Hörspielverlag tätig sind.

Offizielle Webseite: https://titania-medien.de/album/folge-117-leopold-von-sacher-masoch-ewige-jugend

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